Noch mehr zur „Reportage“

Noch einige Fundstellen

zur Definition und zu den

Eigenschaften von

Reportagen

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Anforderungen an eine Reportage sind (nach Seume):

– Dokumentation (Recherche)

– Authentizität (Augenschein)

– Unmittelbarkeit (sinnliche, konkrete Beobachtung)

– Redlichkeit (das Thema wichtiger nehmen als sich selbst)

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„Die Reportage ist ein tatsachenbetonter, aber persönlich gefärbter Erlebnisbericht. […] Daher soll sie so konkret und anschaulich wie möglich sein.“ (La Roche)

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Zwei Grundformen der Reportage: „…den farbigen Bericht (Report) über ein hand- lungsreiches Ereignis und die durch die Beschreibung von Handlungen spannend aufgelockerte Milieustudie“ (Fischer Lexikon Publizistik, Massenkommunikation)

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„Reportage heißt: Informationen lebendig werden zu lassen […] und den Leser durch die Augen des Reporters sehen und miterleben lassen.“ (ABC des Journalismus)

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„Die Reportage ist faktizierender Augenzeugenbericht und schildernder Erlebnis- bericht in einem. Sie bezieht sich auf Ereignisse und vermittelt sie als Erlebnisse. Und stets lädt sie ihre Leser ein, über die Lektüre an den Geschehnissen teilzuhaben, wie wenn die Augenzeugenreise jetzt gerade beginnen würde. […] Die moderne Zeitungsreportage ist vom journalistischen Anliegen getragen, soziale Dis- tanzen und Barrieren zu überwinden, um hinter die Fassa- den zu blicken. Sie ver- sammelt Zeugenberichte, eigene Beobachtungen und Erlebnisse. […] Die moderne Reportage soll im Zeitungsjournalismus überwiegend eine Ergänzung oder Er- weiterung der nachrichtli- chen Berichte sein, nur in Ausnahmefällen kann sie die Berichterstattung ersetzen. […] Meistens wird sie mit anderen Methoden und Um- setzungsformen vermischt, in erster Linie mit Formen der Berichterstat- tung, des (recherchierten) Hintergrundberichts und des (typisierenden) Features. Das Durchgängige solcher Mischformen ist nicht die Beliebigkeit des Geschmacks, son- dern deren Funktionalität.“ (Haller)

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„Als sprachliche Gestaltungsmittel, um einen Sachverhalt authentisch und lebendig zu machen, dienen z.B. der szenische Einstieg („in medias res“) und die Pointe am Schluss, das Personalisieren von Ereignissen, direkte Rede, (hauptsächlich) his- torisches Präsens, syntaktische Kürze, ausdrucksstarke Lexik (besonders Verben und Adjektive), Detaillierung, Bildhaftigkeit (Metaphern), das Einfließenlassen von In- siderkennt- nissen, ungewöhnliche Perspektiven und vor allem der stetige Wechsel auf verschiedenen Ebenen (Außen- und Innenperspektive, Personen, Schauplätze, Perspektive, Tempus und Tempo, Stil: von gehoben bis derb). Hilfreich beim Schreiben sind Analogien zur Kameratechnik (Totalaufnahmen, Zooms, Schwenks, Zeitlupe und Zeitraffer). Vor allem: Eine gute Reportage hat ein Drehbuch, d.h. eine konsequente Dramaturgie (klare Fragestellung, stringente Szenenwechsel, Span- nungsaufbau und –auflösung).“ (Klemm)

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